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Three Chords Interview


In der letzten Ausgabe hatten wir ein Interview mit Hinne von der Playground Skatehalle Aurich und haben darin auch kurz über die Männer von Flaake gesprochen, das sind nämlich die Typen, die die Halle zusammengehämmert haben. Da die Gang zum größten Teil in Münster zu finden ist, haben wir uns an einem sonnigen Maitag am Hafen getroffen und uns ein bisschen über das Leben als Handwerker, Skateparkbauer und Mofarennfahrer unterhalten. Wie ihr seht, die Jungs haben ne Menge zu bieten. Vor ein paar Wochen hat das Team Flaake übrigens gerade den Carhart I-Punkt Outdoor Park in Hamburg fertig gestellt, gute Rampen und der Name „Flaake“ gehören also zusammen wie Münster und ähmm....naja, viel Spass beim Lesen. In diesem Sinne, klaut Holz, baut Rampen!

Stell dich doch mal bitte vor, wer du bist und was deine Aufgaben beim Team –Flaake sind?

Mein Name ist Roman Stewing, bin 31 Jahre, ich wohne seit 5 Jahren in Münster und komme ursprünglich aus Oldenburg. Als gelernter Kaufmann ist meine Aufgabe beim Team Flaake in erster Linie die Büroarbeit, das heißt u.a. Aufträge an Land ziehen, Kundenbetreuung etc. Nichts des so trotz hab ich auch eine handwerkliche Ausbildung gemacht und hab früher auch eineige eigene Rampe gehabt und auch viel, zu meinen Oldenburger Zeiten, mit den Jungs dort Rampen gebaut und bin daher ein bisschen vorbelastet.




Du kommst also aus Oldenburg und wann bist du das erste mal mit Skateboarding in Berührung gekommen?

Das erste Mal Skateboard gefahren bin ich vor 16 Jahren. Da hat es begonnen. Oldenburg hatte da eine recht kleine Szene, das heißt man ist angefangen mit Skateboard fahren und nach einer Woche kannte man alle, die da skaten. Und dazu gekommen bin ich durch einen Freund, der jetzt schon lange nicht mehr Skateboard fährt. Das ist der Jan Götting...aka JG , der hat damals den Ollie nach Oldenburg gebracht.

Dann gehen wir ein bisschen weiter, stell du dich doch mal bitte vor.

Ich heiße Jan Reiland und bin in Frankfurt aufgewachsen. Mein Spitzname ist Rudi, weil zweiter Name Rudolf. Ich bin vor ca. 10 Jahren nach Münster gekommen und habe dann bei Titus eine Grafikausbildung gemacht und bin jetzt seit knapp einem Jahr selbstständig und unterstütze das Team Flaake mit grafischen Sachen. Im skaten war ich nie so der große King, in Frankfurt hab ich mal ein bisschen angefangen zu skaten, was aber eigentlich mehr nur ein Rumgerolle war. Ab der Zeit bei Titus wurde das dann mehr, aber mittlerweile ist es wieder weniger.

Der Nächste Bitte.

Mein Name ist Stefan Berger, ich bin gebbürtiger Münsteraner. Also ein richtiger Münsteraner Koten und Flaake Gründungsmitglied. Durch meine Ausbildung als Tischler und Schlosser bin ich bei Flaake reingekommen. Ich hab in Dortmund beim Mastership angefangen Rampen aufzubauen. Und 2001, als Flaake dann gegründet wurde, da hatten die anderen ein bisschen was gegen uns. Beim Worldcup haben wir dann eine Terrorsplittergruppe gegründet und somit haben die Männer aus dem Dorf Flaake auf der einen Seite was gebaut und die anderen auf der anderen Seite und die waren dann auch die Schlechten. Das war dann ein kleiner Kampf und wir haben dann ein Schild aufgestellt, mit dem schönem Namen Flaake drauf. Das war so die Gründungsgeschichte, wobei der Name eigentlich vom „Außenposten“ aus New York kommt. Der ist von Münster nach New York gezogen und ist dort jetzt Tischler und hält ein wenig unsere Fahne da hoch. Sonst mache ich neben den handwerklichen Sachen noch viele der Zeichnungen, ich hab auch irgendwann mal Produktdesign und Innenarchitektur studiert. Ich mache auch noch die ganzen anderen Produkte. Ich misch mich ganz gern beim Messebau mit ein und mach mit einem Anderen aus dem Team Innenausbau für Kneipen und ähnliches.

Euer Namen kommt ja von der Kinderserie Wicky. Was habt ihr denn mit Wikingern gemeinsam?

Es war eigentlich nur der Name, unser guter Mann, der Außenposten aus New York, hat irgendwann während der Bauchphase den Namen Wicky abgekriegt und daraufhin war es dann nicht weit, das daraus Team Flaake aus dem Boden gestampft wurde. Und außerdem sind wir auch ganz schön harte Kerle. Wicky war auch wirklich der, wenn er überlegte auch etwas länger überlegte. Hank heißt er eigentlich, oder Frank Kannengiesser.

Wir haben jetzt drei Mitglieder kennen gelernt und wer ist denn bei euch noch an Bord? Beschreibt doch bitte die anderen Mitglieder in drei Worten jeweils.

David Kumbring, der lange blonde Lulatsch. Tischler, flippt gerne aus. Schmeißt mit Werkzeug. Scheiße das sind schon mehr als drei Worte. Er ist der, der in Sachen Konstruktionen und so was die meiste Erfahrung hat.

Das ist ein Macher, da wird nicht lang diskutiert. Und wenn diskutiert wird, dann fliegt auch mal ein Knüppel durch die Werkstatt. Er ist eine treibende Kraft.

Ich nehme mal Rudi, er ist sehr kreativ in seinem Bereich, nimmt sich manchmal vielleicht ein bisschen viel vor. Edelholz wächst langsam, das ist so ein bisschen seine Arbeitweise. Es dauert meist immer etwas länger, aber wenn es dann fertig ist, dann ist es super. Neustes Mitglied und mein bester Kumpel.

Das ist doch sicherlich auch cool, wenn man mit Leuten zusammen arbeitet, mit denen man auch befreundet ist.

Das ist auch die Grundidee, es steht auch nicht der kommerzielle Gedanke im Vordergrund. Es ist ja auch keine kommerzielle Firma, wir haben einfach überlegt, wie können wir Leute zusammen würfeln, die auch im Endeffekt das machen worauf sie Bock haben und auch ein faires Geld bekommen für das was sie tun. Das ist insgesamt sehr schwierig, eine Firma wäre schon längst Pleite. Das ganze ist so aufgebaut, dass tagsüber jeder sein ganz normales Leben führt, sei es als Grafiker, als Student, etc, aber es gibt dann auch einige Sachen, die gemeinsam als Team Flaake gemacht werden. Es kann auch mal ein Projekt geben, wo nicht alle dran arbeiten, das ist sogar meistens so. Es wird von Projekt zu Projekt immer das perfekte Team zusammengestellt das die Aufgabe abgewickelt. Das ist auch eigentlich die Grundidee vom Team Flaake. Wir sind keine richtige Firma, sondern jeder bringt sich ein und das Team kann auch jeder Zeit ergänzt werden, wenn es dazu beiträgt, dass die Grundidee gefördert wird.

Nach welchen Kriterien habt ihr denn das Team zusammengestellt?

Das sind eigentlich alles alte Freunde, ich kenn David mittlerweile seit 20 Jahren. Es ist eigentlich ne Freundschaftsgeschichte und anders würde es auch nicht funktionieren.

Wir haben sozusagen auch mal die Möglichkeit ein Projekt zu machen, was eigentlich nur ne Nullnummer wird. Wir haben das Risiko getragen und sind am Ende auf unsere Leistung stolz. Wir haben jemandem z.B. letztens Pläne für eine Rampenanlage gemacht, wo wir uns auf den Preis nicht einigen konnten, so dass er uns das Angebot gemacht hat, die Pläne abzukaufen. Und da haben wir von vornherein gesagt, das machen wir auf keinen Fall, was wir zeichnen das bauen wir auch. Somit gab’s dann zwei Möglichkeiten: es wird gar nicht gebaut oder wir bauen es für die Kohle die da ist.

Wir haben ja grad schon gehört, dass ihr nicht alle hauptberuflich bei Flaake arbeitet....

Es gibt keinen der hauptberuflich bei Flaake arbeitet, das ist im Rampenbau nicht machbar. Das ist auch mein Problem, wenn ich versuche Aufträge heranzuziehen. Es gibt ja drei Arten von Kunden: Privatleute, Veranstalter von Events und solche von öffentlichen Einrichtungen, wie Vereinen und städtischen Einrichtungen. Und grad bei den städtischen Dingen ist es sehr schwierig, da diese sich auch viel über Sponsoren finanzieren. Und wenn in einer Stadt das erste Mal Skater an die Tür klopfen, um Rampen zu bekommen und bis die Rampen dann auch wirklich stehen, vergehen meist Jahre. Und da jetzt den richtigen Zeitpunkt zu finden, um denen ein Angebot zu machen, ist echt schwierig. Somit kann sich das manchmal über zwei Jahre ziehen.

Vor allem Städte und Gemeinden haben sicherlich nicht die Connections um an euch ranzutreten, sondern fragen erst die lokalen Baufirmen?

Das ist auch genau das Problem und da sehen auch wir unsere Aufgabe. Wenn man sich mal umguckt, sind doch schon sehr viele Möglichkeiten geschaffen worden um zu skaten. Nur ist das Problem leider, dass vor Ort nie die Skater dazu befragt wurden. Das heißt, da haben meist irgendwelche Firmen irgendwelche besseren Spielplätze hingebaut die wahnsinnig viel Geld kosten, Randaleresistent sind und alle Auflagen erfüllen und die für die Stadtväter grad mal gut genug sind, um sich drauf fotografieren zu lassen, aber die Skater können da meist nichts mit anfangen. Und da sehen wir unsere Aufgabe, dass wir sagen, das kommt von Skatern und das ist für Skater.

Ihr habt durchs skaten ja eure Verbindungen, aber wie sieht es denn aus mit Sachen für beispielsweise BMXer?

Grundsätzlich ist es natürlich so, dass wir die Rampen nicht für uns bauen, sondern natürlich für die, die sie haben wollen. Und so haben wir das in der Vergangenheit auch gemacht, dass wir die Leute vor Ort in die Planung mit einbezogen haben nach dem Motto: „Was wollt ihr eigentlich?“. Und wenn da BMXer dabei sind, oder die Organisatoren sagen, das soll ein Mix aus skaten und bmxen werden, dann holen wir uns halt beide Parteien an den Tisch und planen da gemeinsam was und jeder muss somit auch Kompromisse eingehen.


Das hat in Aurich auch ganz gut geklappt.

Ja da hat’s gut geklappt. Heutzutage ist es ja auch so, dass nicht wirklich alles was für BMXer ist, nicht von Skateboardern genutzt werden kann und umgekehrt genauso. Grade bei den ganzen BMX-Sachen. Diese sind auch bei Skateboardfahrern der älteren Schule angesehen, um z.B. Wallrides zu fahren. Aurich ist wirklich eins der besseren Beispiele, auch in Köln haben wir was sehr Schönes gemacht.

Die Halle haben wir letztes Jahr gebaut. Es war zwar teilweise auch ein bisschen stressig und ein Hin und Her. Denn es war schwierig es allen gerecht zu machen. Wir haben einfach zu viele in die Planung mit einbezogen. Da kommt es dann auch mal vor, das ein Handrail fünf Mal ab und wieder aufgebaut wird.

Gab es denn sonst noch andere Reklamationen oder Situationen wo ihr dachtet, ne das können wir nicht so stehen lassen.

Ne das gab es bisher noch nicht. Das kann aber vorkommen und da gibt es zwei Möglichkeiten, entweder sind wir oder der Kunde unzufrieden. Ist der Kunde unzufrieden, ist das aber gar kein Problem, dann wird nachgebessert. Das muss dann aber auch in einem gewissen und gesunde

Maße stattfinden. Dann gibt es noch die Möglichkeit, dass man selber unzufrieden ist. Aber dadurch, dass man die ganze Zeit vor Ort ist und permanent darauf Einfluss hat, ist es im Enteffekt immer ein Kompromiss. Aber so wirklich kam das noch nie vor.

Wobei das beste Beispiel Dortmund ist, wir haben da mal den Mastership aufgebaut und den Leuten gesagt, das es so, wie es ist, scheisse ist. Und dann haben wir einen Tag unbezahlt noch drangehangen, um es für die Skater einfach interessanter zu machen.


Ihr seid ja in erster Linie für Rampenbau bekannt, war das auch euer erster Auftrag?

Das war Rampenbau - definitiv. Wir hatten mal vor 1 ½ Jahren vor ne GmbH zu gründen, aber dann mussten wir feststellen, dass es ohne Banken nicht möglich ist und das es auch mit Banken nicht möglich ist und im Enteffekt mussten wir feststellen, das es vielleicht gut ist, ganz ohne jemand externen zurechtzukommen. Das ist dann ein ganz anderer Weg und den haben wir jetzt eingeschlagen. Unser Risiko überschaubar zu halten und nicht angewiesen zu sein auf Dritte, die einen dann vielleicht beeinflussen wollen und im Nacken sitzen und sagen: „Leute ihr braucht Aufträge und müsst machen und machen!“. Und dann kommt es vielleicht irgendwann so weit, das man gar nicht mehr das baut was man bauen will und wir bauen nur noch bessere Spielplätze. Aber im Endeffekt muss das für die Kids vor Ort sein und wenn die das geil finden, dann gibt es nichts Besseres.

In Münster habt ihr auch die Inneneinrichtung für’s Amp und Nachtcafe gezimmert, ihr baut also auch Möbel und Messestände, ist diese Vielseitigkeit nötig um das Team Flaake am leben zu halten?

Ja bestimmt auch, aber in erster Linie kommt es daher, dass ich nun mal auch Design studiert habe. Und daher ist es auch klar, dass ich so was mit einbringe. Wenn jemand ankommt und so was möchte, dann ist das klar dass wir so was machen.

Das hab ich grad nicht zu Ende führen können, diese Bereiche sind durch diesen Plan, eine Firma zu gründen aufgekommen, damit wir drei Bereiche haben, die sich gegenseitig auffangen können. Denn im Winter werden keine Rampen gebaut und was machen wir dann?...Messe- und Möbelbau.

In Deutschland ist es also noch nicht möglich mit Rampenbau Geld zu verdienen?

Bei einzelnen Projekten mit Sicherheit, aber eine Firma mit sechs oder mehr Angestellten, das ganze Jahr über ist glaube ich nicht möglich. Es gibt ja auch nur drei Große in Deutschland und die haben auch alle gottseidank ihren eigenen Stil, so das es kein wirklichen Konkurrenzkampf gibt. Und soweit ich weiß hat noch kein deutscher Rampenbauer ein Haus auf Malle, nur weil er Rampen gebaut hat.

Ach, und irgendwann wird dir auch das langweilig, wenn du die vier Wochen an der Säge stehst, dann entschädigt nur das Skateboard fahren abends.

Das ist für euch doch bestimmt das Größte, wenn ihr die neuen Sachen einfahren könnt.
Beläge einfahren, das ist das Größte. Den Bowl in Aurich einzufahren, das war das größte!

Ihr habt in Aurich den kompletten Parkcour gebaut. Und jeder ist auch begeistert und zufrieden mit der Halle.

Sie ist ja auch mächtig. Ich habe zwar nicht alle Hallen in Deutschland gesehen, aber meiner Meinung nach ist sie eine der größten und geilsten Hallen in Deutschland und das dann im tiefsten Ostfriesland. Ich denke, da haben einige Sponsoren erst mal die Deutschlandkarte hervorgeholt. Na ja gut, es hat ein Mc Donalds und man muss da durch wenn man auf eine Insel will (Das stimmt so nicht unbedingt Anm. d. Red.)

Ich grüße das Dinis übrigens, meine Lieblingsdisko. Und das Tiffanys, das ist auch super. Da haben wir an der einen Theke die Cola bestellt und an der anderen den Whisky geklaut.

Ist ein gutes Feedback eigentlich so der Ritterschlag für euch? Das Ding was euch motiviert immer weiter zu machen, oder ein Denkmal was ihr euch da jedes Mal setzt?

Für mich ist es immer schön zu sehen, wenn Leute was Verrücktes machen. Zum Beispiel Best Trickscheiss, wenn einer nach dem anderen einen drauf packt und immer noch einen raus haut, wo man hinterher denkt, das geht doch gar nicht mehr. Und das ist dann immer der Moment, wo ich merke: „Hey, du hast alles richtig gemacht, die Jungs haben Spass.“

Wenn eine gute Session am Anfang direkt entsteht, das ist immer ein gutes Zeichen. Aber Ritterschlag ist „too much“. Man ist meistens, wenn man wirklich fertig ist, total im Arsch. Und meistens gar nicht mehr in der Lage Vollgas zu geben. Richtig schön ist dann in der Zeitung zu lesen: „Danke für die Jungs vom Team Flaake“, oder ähnliches. Wenn man das dann so danach mitbekommt, das find ich ganz geil.

Ihr habt auch schon öfters beim Worldcup mitgemacht. Ist das so das Größte für euch gewesen, oder gibt es da noch andere Sachen?

Das Größte was das gesamte Team Flaake anbelangt ist wirklich unser Hobbykeller, mit den Mopeds. Da haben wir die schönste Zeit gehabt. Und egal was auch irgendwann mal wird,

wenn man in 10 Jahren mal zurückblickt, dann wird das sicherlich am meisten hängen geblieben sein. Der Spass an der Sache Moped zu fahren, Rennen zu fahren, die Tage vor den Rennen, wo wir alle in der Werkstatt stehen und rumschrauben und fachsimpeln. Das ist witzig, das verbinde ich auch mit ganz viel Spass in der großen Gruppe von Team Flaake.

In Verbindung mit dem Worldcup will ich noch sagen, das ist nicht so das Größte, es ist zwar ein geiles Happening, aber wir können da nicht so unsere Ideen einbringen, sondern setzen nur das um was auf den Plänen steht. Haben es auch gerne gebaut, aber das schönste war dann eher das „Abendsweggehen“ auf ein Bierchen, wenn man noch konnte oder die gemeinsame Pizza am Abend, Lagerfeuer und grillen, ein Bierchen und noch einige mehr. Das ist so das Highlight eigentlich. Einfach diese Zusammengehörigkeit, abends da total erschossen zu sitzen, da geht nichts drüber.

Was ich am Mastership immer geil fand, war nachher den kompletten Mastership-Parkcour zu rocken. Man zieht sich die Skateschuhe an und fährt da zwei drei Stunden. Das fand ich dann immer geil, wenn dann langsam die ersten Pros in die Halle geschlichen kamen und uns das Bier geklaut haben und die dann angefangen haben die Rampen zu rocken.

Nennt doch bitte mal drei Dinge die eine Rampe nicht haben sollte.

Kinks, schlechten Belag, schlechte Auffahrt

Was sind jetzt drei Dinge die eine Rampe unbedingt haben sollte?

Das Flaake Brandzeichen....alles andere ist egal.


Was für Musik hört ihr denn? Was ist so der typische Flaake Sound?

Rudi hat da grad so einen Sampler ins Leben gerufen.

Ja genau, ich hab mal für uns Flaake Leute, wenn wir abends noch an Sachen schrauben so einen Werksbuden Rock Sampler gemacht. Denn definitiv kann man sagen, dass wir alle auf Gitarrenmusik stehen, als auf alles andere. Aber spezielle Lieblingsbands hab ich jetzt wenige.Bei mir ist es von früher Spermbirds, Nofx, Bad Religion, damit bin ich groß geworden. Und dann noch so SNFU, die üblichen Verdächtigen. Sonst hab ich noch viel Musik aus den Skatevideos gehört. Und das höre ich heute immer noch, zwar nicht mehr so oft, aber ich höre es immer noch gern.


Swing hör ich sehr gerne. Ich tanze auch, mache grad Standarttanz. Und Swing höri ch da

sehr gern, Dean Martin. Man wird ja auch älter und Standarttanz ist da auch nicht ganz so gefährlich. Die beste Erfahrung hab ich in der Grille gemacht, da bin ich noch mit einer Dame hin. Die haben die beste Tanzfläche, ca 40cm höher, umrandet von einem verchromten Geländer und Sitzplätzen drum herum, da hab ich sie erst mal schwindelig getanzt.

Was sind die Schritte, die von Nöten sind, vom ersten Anruf vom Kunden bis zur Rampe? Müsst ihr da auch zum TÜV?

Ja! Es ist natürlich die Frage wer da grade anruft. Wenn es Ralf Middendorf ist und es geht um den Mastership, dann ist es natürlich ein ganz anderer Weg, als wenn es ein kleines Kaff ist, wo nur ein paar Jugendliche skaten wollen. Grundsätzlich ist es so, wenn Geld da ist, dann kann direkt begonnen werden. Bei Städten und Gemeinden brauchen sie natürlich Pläne und Kostenvoranschläge und, und, und . Um Gelder frei zu machen und Gelder beantragen zu können. Daher ist viel Vorleistung da, Stefan muss viel Zeichnen, bis sie im Endeffekt zufrieden sind und wenn dann alles eingetütet ist, dann ziehen die meistens erst los und fangen an die Gelder freizumachen oder zu organisieren. Eine Anleitung für den Weg vom ersten Anruf bis zur fertigen Rampe gibt es da leider nicht. Meistens liegt halt nur an der Kohle, wie und wann es losgeht.

Wie sieht es aus mit dem TÜV?

Das kommt darauf an wo gebaut wird. Wenn es eine öffentliche Fläche ist, dann muss es vom TÜV abgenommen werden und dann kommt es noch auf das Bundesland drauf an. Denn da gibt es überall andere Tüvs. Mittlerweile gibt es auch mehrere die sich in Deutschland mit Skateboardrampen beschäftigt haben und da den TÜV abnehmen können. Die haben auch sehr viel Ermessensspielraum. Aber mittlerweile kennen wir uns da auch aus und wissen wie hoch was sein muss.


Ich hab das Gefühl das der Trend wieder zu Betonparks geht.

Das stimmt, ist ja auch geil. Beton hat ja auch gewisse Vorteile. Es ist Vandalismusresistent, das muss im Endeffekt irgendwann mit der Abrissbirne kaputt gemacht werden. Und mittlerweile gibt es auch ein paar Firmen, die sich mit Skatern zusammen getan haben, um auch im Endeffekt was zu bauen, das zielgruppengerecht ist.


Nichtsdestotrotz seh’ ich den Nachteil beim Beton in den hohen Kosten. Wenn ich den Anschaffungskosten durch drei Teile, dann kann ich das gleiche auch in Holz bauen. Wenn ich bei einem Outdoorbereich von Holz mit einer Lebensdauer von fünf Jahren ausgehe, dann kann ich alle fünf Jahre was neues bauen, für die gleichen Kosten den der Betonpark gekostet hat und das sehe ich halt als Nachteil. Und ich muss mir vorher im Klaren sein wie es aussehen soll, denn die Teile werden vom Hersteller vorgefertigt und nur noch aufgestellt. Mit Holz kann man doch noch schnell mal eingreifen und sich manchmal ein wenig vom Plan entfernen.

Wenn man sich jetzt aber mal Berg Fidel anschaut, das ist alles vor Ort gebaut worden.

Berg Fidel ist auch ein gutes Beispiel, das ist vor 15 Jahren gebaut worden und da würde heute keiner mehr auf die Idee kommen, so was zu bauen. Und mit Holz hättest du die Chance gehabt immer wieder was Neues bauen zu können, für die gleichen Kosten.

Was ist die witzigste Anekdote mit dem Team Flaake?

Für mich ist eine sehr witzige Sache einmal beim Aufbau in Dortmund mit David passiert, der heute leider nicht da ist. Da hab ich irgendwann mal ein Ledge verkleiden müssen. Ich musste aus einem großen Stück was rausklinken und habe dann leider die falsche Seite rausgeklinkt, wo David dann ankam, mich zur Seite stieß und sagte: „Das mach ich jetzt selbst“, sägte sich da das Stück raus und hat es genauso ausgesägt wie ich, denn er hatte einfach meins abgemalt. Beim zweiten Mal hat er es dann wieder so gemacht und beim dritten Mal haben wir es dann zusammen gemacht und dann passte es auch. Oder diverse „Ich schieß mir nen Nagel in den Finger“ Geschichten, die waren auch schön.

Ich hab mir mal mit der Kreissäge in die Hand gesägt. Danach hab ich auch angefangen darüber nachzudenken, wie gefährlich Handwerk eigentlich ist und was man da eigentlich macht und ob das sein muss? Es passiert schon schnell, wenn man unter Zeitdruck ist oder die Routine kommt. Aber zum Glück ist noch alles dran.


Ich hab auf euer Homepage auch gesehen, dass ihr Sponsoren habt wie Eastpack und eine Schutzbrillenfirma.

Ja Danke an dieser Stelle noch mal an die von Eastpack. Wir bekommen Taschen, die unterstützen uns und finden cool was wir machen. Wir finden Eastpack cool und so unterstützen wir uns gegenseitig. Von Funk bekommen wir Schutzbrillen. Denen haben wir mal gesagt,  was wir für Brillen brauchen und

somit werden unsere Augen geschützt und man hilft sich gegenseitig. Also wenn uns wer irgendwie unterstützen will, einfach melden.


Was kann man in Zukunft von euch erwarten. Was ist grad’ in Arbeit?

Es ist einiges in Arbeit. Aber man spricht erst darüber wenn eine Unterschrift darunter ist. Ansonsten kann man es auf unserer Seite www.flaake.com nachlesen, da haben wir einen kleinen Newsbereich.

Und ansonsten, natürlich immer wider neue abgefahrene T-Shirts.

Die sind alle Handgedruckt, denn der Toby, den wir noch gar nicht erwähnt haben, der bei uns die Metallgeschichten macht und in Minden zurzeit studiert, der hat eine Siebdruckmaschine und mit der Drucken wir unsere T-Shirts und unsere Rennanzüge. Selbstmachen ist auch das Motto, denn alles was man selbst macht, das muss man nicht bezahlen. Es gibt nichts Schöneres als ein selbstgemachtes T-Shirt, das kann man nicht kaufen.

Was war die erste Rampe die du jemals in deinem Leben gebaut hast?

Die erste war ne Quarter die ich in Oldenburg mit nem Kumpel auf nem Hof gebaut habe. Dann haben wir ne Streetramp gebaut, die wir mit einem Linienbus in die Stadt gefahren haben. Mit einem großen Loch an der Seite drin, damit wir sie an einer Laterne anschließen konnten, bis sie uns irgendwann von der Stadt weggenommen wurde, dann mussten wir wieder los Holz klauen, so ging das dann die meiste Zeit, bis wir die erste wirklich Gute gebaut haben. Die hab ich mit meinem Kumpel Jan, bei meinem Vater aufm Hof gebaut. Das war ne Miniramp, die ist nach drei Jahren dann neu gebaut worden. So hat sich das dann immer weiter gesteigert und so ging es denk ich jedem von uns.

Noch irgendwelche Shoutouts:

Erstmal das ganze Team: Detlef, David, Michael! Flaake Süd, der Jörg und Flaake New York. Den Brat Pitt vom Bauernhof. Vielen Dank einfach an alle die mit uns an einem Strang ziehen.


 
 
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